Mitglieder

Vereine leben von Ihren Mitgliedern!

Es gibt Opfer in der Corona-Krise. Das weiß mittlerweile jeder, die Medien berichten rund um die Uhr. Aber nicht jeder denkt dabei sofort auch an die Vereine in unserem Land  mit Ihren Millionen Mitgliedern. Ein Verein stirbt im Stillen, ohne die dramatischen Bilder mit Särgen voller Toten, wie man sie in dieser Pandemie aus Italien oder den USA gesehen hat.

Auch ein Verein hat eine Seele, die gepflegt werden will. Und die immer dann leidet, wenn seine Mitglieder sich auseinanderleben, wenn der Abstand untereinander wächst. Eine Zeit lang hält ein Verein das aus, aber nicht auf Dauer. Das trifft leider auch auf unseren TVH zu.

Unser Verein existiert und agiert ja nicht zum Selbstzweck, sondern er folgt einem Auftrag und hält ein Angebot bereit, dessen sich seine Mitglieder nach Belieben bedienen. Was aber, wenn es dieses Angebot über längere Zeit nicht mehr gibt? Wenn die Menschen sich fragen, ob es sich noch lohnt, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und Beiträge zu bezahlen? Meine Angst ist, dass die Leute sagen, ein Verein ist ein Dienstleister. Und wenn diese Leistung ausbleibt, kündigen wir.

Bislang hat es im TVH keine Kündigungswelle gegeben. Trotzdem schrumpft die Mitgliederzahl, weil es immer Leute gibt, die dem Verein den Rücken kehren. Aus vielfältigen Gründen. Der Unterschied aber ist: In normalen Jahren gleichen die Eintritte die Austritte aus – mindestens. In der Pandemie kommen keine neuen Mitglieder in unseren Verein. So, wie das Theater gerade keine neuen Abonnenten findet, weil auch dort das Angebot fehlt. Der Sport wird weggesperrt – einen Sportverein ohne Sport aber braucht keiner. Wenn die Menschen erst einmal feststellten, dass es auch ohne den Verein geht, dass ein Wochenende im Kreis der Familie auch ganz schön sein kann, dann wird es kritisch.

Dass wir im TVH nicht wissen, wie es weitergeht, ist ganz schlimm. Es ist diese Perspektivlosigkeit, die mir Sorgen bereitet.

Oft zermartere ich mir den Kopf, wie unser Verein aus der tristen Gegenwart in eine gute Zukunft geleitet werden kann. Ich weiß wie schwierig es derzeit ist, die Mitglieder im Verein zu motivieren. Man kann ja kaum etwas einfordern, weil nichts geht.

Wir dürfen jetzt aber nicht resignieren, sondern müssen gemeinsam und mit Zuversicht aus der Corona-Krise finden.

Ich appelliere daher an alle Vereinsmitglieder unserem TVH treu zu bleiben, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt nicht verloren geht. Damit werden wir diese Zeit überstehen. Da bin ich sicher.

Sportliche Grüße,

Hans Jürgen Würfel
1. Vorsitzender